Weiterentwicklung des Stellungnahmeverfahren in der datengestützten QS: IQTIG mit Pilotprojekt beauftragt
Berlin, 2. März 2026 – Das Stellungnahmeverfahren in der datengestützten Qualitätssicherung (QS) soll weiterentwickelt werden. Jetzt hat das IQTIG vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) den Auftrag erhalten, sein im Januar 2026 vom G-BA beschlossenes Weiterentwicklungskonzept in einem Pilotprojekt zu testen. Dafür ausgewählt wurden die zwei Qualitätssicherungsverfahren Mammachirurgie und Dekubitusprophylaxe. Bis zum 31. Januar 2027 soll das IQTIG seinen Abschlussbericht über die Ergebnisse der Testphase vorlegen. Danach entscheidet der G-BA, ob die Weiterentwicklungen auf weitere QS-Verfahren angewendet werden sollen.
„Stellungnahmeverfahren sind ein ganz wichtiger Baustein bei der Bewertung von QS-Ergebnissen“, sagt Institutsleiter Prof. Claus-Dieter Heidecke. „Sie helfen uns dabei, die Ergebnisse zu analysieren und richtig einzuordnen. Für die beteiligten Krankenhäuser und Arztpraxen ist es Möglichkeit, Ursachen und Hintergründe von QS-Ergebnissen zu erläutern. Das hilft beiden Seiten dabei, die datengestützte QS stetig weiterzuentwickeln.“
IQTIG-Konzept beinhaltet Vorschläge zur Steigerung von Effizienz und Effektivität des Stellungsnahmeverfahrens
In seinem Abschlussbericht „Weiterentwicklung des Verfahrens der qualitativen Beurteilung“ hat das IQTIG ein wissenschaftliches Konzept zur Erhöhung der Effizienz sowie Effektivität der qualitativen Beurteilung in der datengestützten QS vorgelegt.
Ziel ist es dabei, den Umgang mit rechnerischen Auffälligkeiten und die Ausgestaltung von Stellungnahmeverfahren systematisch aufeinander abzustimmen.
Im Abschlussbericht werden fünf verschiedene Vorgehensweisen zum Umgang mit dem rechnerisch auffälligen QI-Ergebnis vorgestellt. Ein weiteres, zentrales Element ist die Entwicklung von zwei Instrumenten zur Qualitätsbeurteilung für das Stellungnahmeverfahren. Anstelle einer vorwiegend fallbasierten Prüfung soll perspektivisch auf potenzielle Qualitätsdefizite fokussiert werden, die den rechnerisch auffälligen QI-Ergebnissen zugrunde liegen.
Für die Bewertung ist ein Kategorienschema für den internen QS-Dialog sowie für das Public Reporting erarbeitet worden. Abschließend wurden Empfehlungen zu den Anforderungen an die Fachkommissionen festgelegt.
In der jetzt vom G-BA beauftragten Pilotierung soll insbesondere die Machbarkeit der Ursachen- und Ausmaßanalyse getestet werden, um so den Aufwand aller am Prozess Beteiligten zu ermitteln.
Diese Pressemitteilung steht auch als PDF-Download zur Verfügung.
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Marc Kinert
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